Bank sprang in die Bresche: Schneerener Filiale feiert Zehnjähriges

19.09.2015

Ein runder Geburtstag gibt Grund zum Feiern – und vielleicht auch für neidvolle Blicke. In Schneeren ist bereits vor zehn Jahren gelungen, was sich heute vielleicht einige Dörfer wünschen: Nach Schließung der Geldinstitute fand sich Ersatz. Vor elf Jahren hatten kurz nacheinander Kreissparkasse und Volksbank Nienburg ihre Filialen dichtgemacht. Der Ortsrat mit dem damaligen Ortsbürgermeister und Landtagsabgeordneten Wilhelm Heidemann wollte den
Verlust nicht hinnehmen. In Gesprächen mit der Raiffeisen-Volksbank Neustadt wurden erste Bande geknüpft. Dann zogen die Ortsratsmitglieder los und holten Straße für Straße Absichtserklärungen, die Bank zu wechseln ein. Frank Hahn, Vorstand der Raiffeisen- Volksbank, erinnert sich an eine Bürgerversammlung im Gasthaus: „Der Saal war voll, man merkte gleich: Hier passiert etwas“, sagt er. Und er behielt recht: Vor zehn Jahren öffnete die Geschäftsstelle. Frank Hahn ist überzeugt: „Es war richtig, nach Schneeren zu kommen“, sagt er. Gemeint ist die Eröffnung einer Filiale seines Bankhauses, der Raiffeisen-Volksbank Neustadt, im Dorf am Grinderwald, die gestern zehnjähriges Bestehen feierte. Der Ortsrat hatte damals bei den
Einwohnern für den Wechsel zur Raiffeisen-Volksbank geworben, da Kreissparkasse Hannover und Volksbank Nienburg innerhalb kurzer Zeit ihre Geschäftsstellen in Schneeren geschlossen haben. Michael Jaehnke von der Raiffeisen-Volksbank öffnet montagnachmittags und donnerstags mit einer Mittagspause die Türen der Schneerener Filiale, zusätzlich gibt es Automaten, an denen Bankgeschäfte erledigt und Kontoauszüge oder Geld abgeholt werden können. Keine Vollversorgung, doch die Bewohner von Dörfern wie Bordenau oder Otternhagen können davon nur träumen. Die Volksbank Hannover hat dort kürzlich ihre Geschäftsstellen geschlossen, die Sparkasse hat in Bordenau und Hagen die Öffnungszeiten reduziert. Ähnliche Versuche der Ortsräte, dort Banken zu halten oder anzulocken, sind bisher im Sande verlaufen. Die Raiffeisen-Volksbank plant, sich künftig noch stärker in Schneeren zu engagieren. Gemeinsam
mit einer Immobiliengesellschaft wollen Hahn und seine Kollegen das neue Baugebiet Steinhorstweg vermarkten.